Die Entwicklung des Snooker-Spiels

Ein neues Jahr bedeutet auch eine neue Snooker Main Tour. Alljährlich beginnt das renommierte Snooker Turnier im Januar. Die Variante des Billardspiels ist vor allem in Großbritannien und den ehemaligen britischen Kolonien sehr beliebt, findet in den vergangenen Jahren aber auch immer mehr Anklang in anderen Teilen der Welt. Insbesondere der extrovertierte Superstar Ronnie O’Sullivan hat zur Popularität der Sportart beigetragen. Sogar im Fernsehen hat sich Snooker gegen andere vermeintlich populärere Sportarten durchgesetzt und wird kontinuierlich von Sendern wie Eurosport ausgestrahlt. Wir werfen einen Blick darauf, wie sich das Spiel über die Jahre entwickelt hat.

Contenance statt Kneipe

Wenn man an Billiard denkt, kommen einem häufig lange Abende in einer verrauchten Spelunke und harte Kerle in dem Sinn. Doch mit der Entwicklung des Bildes des Mannes hat sich auch die Denkweise über Snooker geändert. Der draufgängerische Karrieretyp war gestern und hat Ende der 2010er Jahre keinen Platz. Heute bestimmen Sensibilität und eine gesunde Work-Life-Balance das moderne Männlichkeitsbild. So hat auch der Auftritt des professionellen Billardspiels nichts mit einer verrauchten Spelunke oder ungepflegten Raufbolden zu tun. Ganz im Gegenteil: Kaum eine Sportart ist so durch Contenance und Etikette geprägt wie das Snooker-Spiel. Am nächsten käme vielleicht noch der klassische Golfsport. Dies betrifft sowohl Auftritt und Kleidung der Spieler als auch Verhalten im Spiel an sich. So ist es beispielsweise üblich, dass selbstbegangene Fouls, die unentdeckt oder ungeahndet blieben, vom Foulspieler zur Selbstanzeige gebracht werden. Auch die Fliege ist weiterhin Pflicht für die Spieler. Zwar wurde bereits der Versuch unternommen, die Kleiderordnung ein wenig zu locker, allerdings setzte sich letztlich die Tradition durch.

Vom Offiziersspiel zum Massensport

Die ersten Grundzüge des modernen Billardspiels gehen bis ins 15. Jahrhundert zurück. Die ersten Snooker-Varianten wurden erst Jahrhunderte später, 1875 um genau zu sein, von britischen Offizieren in Indien entwickelt. Zunächst spielte man die sogenannte Black-Pool-Variation, welche mit 15 roten und einer schwarzen Kugel gespielt wird. Der Legende nach experimentierten die Offiziere mit weiteren Kugeln, sodass der Snooker-Pool mit zusätzlichen pink-, grün- und gelbfarbigen Kugeln entstand. Später wurde die Farben Braun und Blau hinzugefügt. So ist das Snooker Spiel auch heute noch bekannt. Zwar wurde Mitte des 20. Jahrhundert der Versuch unternommen, das Spiel mit weiteren farbigen Kugeln zu modifizieren, allerdings setzte sich diese Variante nicht durch.

Eine glückliche Fügung verhilft zur Popularität

Als 1969 in Großbritannien das Farbfernsehen aufkam, suchte die BBC nach passenden Sportarten, um das neuen Farbenreichtum der Fernsehröhren präsentieren können. Die kräftige Farbe des Snookertisches und die verschiedenfarbigen Kugeln schienen wie gemacht für diesen Vorführzweck. So kam es, dass am 23. Juli 1969 mit dem Pot Black Cup erstmals ein Snookerturnier im Fernsehen übertragen wurde. Kein Wunder, dass dies der Sportart einen enormen Popularitätsschub versetzte. Neben Fußballspielen sind Snookerübertragungen auch heute noch die beliebtesten TV-Sportevents in Großbritannien. Das WM-Finale 1985 zwischen Dennis Taylor und Steve Davis verfolgte beispielsweise auch weit nach Mitternacht noch über 18 Millionen Zuschauer, was einen absoluten Rekord der Sportübertragung in Großbritannien darstellt.

Im vergangenen Jahrzehnt hat insbesondere Ronnie O’Sullivan zur Popularität des Snookerspiels beigetragen. Der Brite gilt als einer der besten Spieler aller Zeiten und hat bislang fünfmal die Weltmeisterschaft, siebenmal die UK Championships und siebenmal das Masters gewonnen, was natürlich einen Rekord darstellt. Sein Spitzname „The Rocket“ rührt von der Eigenschaft, seine Gegner in Höchstgeschwindigkeit abzufertigen. Neben seinen Leistungen am Snookertisch machte er auch immer wieder durch problematisches Verhalten außerhalb der Halle auf sich aufmerksam. Seiner Popularität tat dies allerdings keinen Abbruch, sodass O’Sullivan auch gerne als „Rockstar des Snookers“ bezeichnet wird.

 

 
 
 
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