Faszination Snooker – die Geschichte des beliebten Billardspiels

Im Vergleich zu Fußball, Tennis und Basketball ist Snooker (noch) eine Randsportart. Doch trotzdem hat das beliebte Billardspiel eine TV-Präsenz, von der andere Sportarten nur träumen können. Sportsender wie Eurosport räumen den Duellen am Billardtisch eine nicht zu unterschätzende Sendezeit ein. Wenn große Turniere wie die Main Tour oder Weltmeisterschaft anstehen, schauen Millionen von Menschen auf der ganzen Welt zu – und die Popularität wächst stetig weiter. Auch in Deutschland findet der urbritische Sport, sowohl vor den vor den Bildschirmen als auch im aktiven Bereich, immer mehr Anhänger. Wir werfen einen Blick auf die Faszination des Snooker-Spiels.

Ein britisches Spiel für die Welt

Vor allem in Großbritannien und in den ehemaligen britischen Kolonien ist Snooker sehr beliebt. Dies hat nicht zuletzt auch einen geschichtlichen Hintergrund. Die Ursprünge des modernen Billards gehen bis in das 15. Jahrhundert zurück, die ersten Snooker-Varianten hingegen wurden erst 1875 von britischen Offizieren in Indien entwickelt. Schnell verbreitete sich das Offiziersspiel auch in der Bevölkerung und wurde im 20. Jahrhundert mit festen Regeln zum Bestandteil einer jeden Sportsbar. Aber auch auf dem europäischen Festland und in fast allen anderen Teilen der Welt werden die Kugeln immer öfter über das Filz gestoßen.

Eine glückliche Fügung führte zu einem enormen Popularitätsschub: Als die BBC im Jahr 1969 nach passenden Programmen suchte, um das breite Farbspektrum der neuen Farbfernsehgeräte zu demonstrieren, passte das Snookerspiel mit seinem leuchtenden Filz und den bunten Kugeln perfekt in das Anforderungsprofil der TV-Produzenten. Die Übertragung des Pot Black Cup im Juli 1969 konnte landesweit verfolgt werden und sorgt für einen großen Popularitätsschub. Als 1986 die Farbe des Geldes mit Paul Newman und Tom Cruise in die Kinos kam, erhielt der Billardsport einen weiteren Push. Zwar geht es in dem Filmdrama um eine Pool-Variante, doch das Billardspiel selbst geriet wieder in den Fokus der Öffentlichkeit.

Bad Boy O’Sullivan als Publikumsmagnet

Doch das Spiel zieht seine Popularität nicht nur aus den spannenden Duellen der Stars, sondern auch aus der Show der individuellen und markanten Persönlichkeiten. In einem Spiel, das von Contenance und Etikette geprägt ist, fällt ein Enfant Terrible nun einmal schneller auf. Einer der besten, aber auch berüchtigtsten Snookerspieler aller Zeiten ist Ronnie O’Sullivan. Der Brite hat die WM fünfmal gewonnen. Zudem hält er mit jeweils sieben Erfolgen bei den UK Championships und Masters den Rekord. Auch für die WM 2019 sehen ihn Wettanbieter wie Betway mit einer Quote von 4,00 als großen Favoriten auf den Titel (Stand 20.2.). Aufgrund seines schnellen Spiels erhielt er den Beinamen „The Rocket“. Im Frühstadium seiner Karriere gelang es ihm, 1997 mit fünf Minuten und 20 Sekunden einen neuen Rekord für ein Spiel aufzustellen. Mittlerweile prägt er seit über 20 Jahren die Snookerwelt. Neben seinem enormen Erfolg geriet O’Sullivan aber auch immer wieder mit Skandalen in die Schlagzeilen. Teilweise ähnelten seine Auftritte, bei denen er betrunken oder pöbelnd in der Öffentlichkeit für Aufmerksamkeit sorgte, denen eines Rockstars. Seiner Popularität tat dies allerdings keinen Abbruch. Ganz im Gegenteil, Ronnie O’Sullivan wurde als Bad Boy des Snookers vermarktet und sorgte somit ganz nebenbei für einen enormen Popularitätsschub des Billardsports.

 
 
 
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Snooker in der Welt

Markante Persönlichkeiten wie Ronnie O’Sullivan und die hohe TV-Präsenz der Sportart sorgen für ein stetiges Wachstum des Sports. Die Volksrepublik China ernannte etwa laut deutschlandfunk.de das Snooker-Spiel zum Volkssport. Mittlerweile finden sich auch einige Chinesen in der von den Briten dominierten Weltspitze des Snookers. Von den über 60.000 chinesischen Mitglieder in Billardverbänden können die deutschen Organisatoren allerdings nur träumen. Hierzulande gibt es etwa knapp 3.000 aktive Vereinsspieler. Doch gerade die Zahl der „unorganisiert“ spielenden Leute wächst stetig. Dabei gibt es auf der ganzen Welt unentdeckte Talente.

 
 
 
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Die Faszination des Snookers liegt in seiner Kombination aus Taktik und Talent. Einerseits gilt es, die eigenen Kugeln richtig zu treffen, andererseits sind sogenannte Safetys bzw. Beeinflussungen des nächsten Spielzuges eines Gegners von enormer Bedeutung. Die taktischen Finessen sind grenzenlos und paaren sich mit dem Können am Queue. Es benötigt jahrelange Erfahrung, den richtigen Winkel für ein Spiel über Bande zu berechnen, oder der Kugel den richtigen Effet zu verleihen. Das Schöne am Snooker-Spiel ist, dass man in geselliger Atmosphäre zwischen Sportübertragung und Dartspiel in der Sportsbar selbst ein paar Kugeln stoßen kann. Man kann natürlich auch einfach verschiedene Sportarten miteinander kombinieren. Probieren Sie es einfach aus!