Was man von der Snookerweltmeisterschaft 2019 erwarten kann

Was man von der Snookerweltmeisterschaft 2019 erwarten kann pixabay

Seit 1927 schon wird die Snookerweltmeisterschaft jährlich ausgerichtet und ist der Höhepunkt dieser Sportart. Am 20. April ist es auch dieses Jahr wieder so weit, dass die Kugeln gestoßen werden, um den Weltmeister zu ermitteln. Was kann für das kommende Turnier erwartet werden und auf welche Spieler muss man besonders achtgeben?

Damit man eine bessere Vorausschau auf die kommende WM geben kann, lohnt sich der Blick auf die WM 2018. Amtierender Weltmeister ist Mark Williams. Der aus Wales stammende Sportler konnte damit seinen dritten Weltmeistertitel einfahren. Sein vorheriger Sieg lag schon eine Weile zurück, da er zuletzt im Jahre 2003 gewonnen hatte. Williams hatte ebenfalls Pläne, 2017 schon mit dem Snooker aufzuhören, entschied sich dann jedoch für eine weitere Teilname. Diese Entscheidung verhalf dem 43-Jährigen dann überraschend noch dazu, ein drittes Mal zu gewinnen und damit zum Helden in Wales zu werden. Das Turnier gewann er dabei gegen den Schotten John Higgins, der insgesamt vier Titel hält und seinen letzten WM-Sieg 2011 feiern konnte. Das besondere an dem Spiel zwischen Williams und Higgins bei der WM 2018 war dabei die Tatsache, dass es das erste Mal in den letzten sechs Jahren gewesen war, dass kein Engländer im Finale stand, geschweige denn, dieses gewinnen konnte.
Das war für Fans besonders überraschend, da Snooker generell sehr stark von englischen Sportlern dominiert wird. Dies erkennt man besonders gut an den Zahlen: So gewannen die Engländer insgesamt 53 WM-Titel, gefolgt von 19 schottischen und 18 walisischen Siegen. Auf Rang vier folgt Kanada mit 10 Siegen und ist damit die erste nicht-britische Nation. Ein besonderer Star des englischen Snookers ist dabei aktuell Ronnie O'Sullivan. Er ist der einzige Spieler, der es nach der Jahrtausendwende schaffte, fünf Weltmeistertitel für sich zu entscheiden. Er ist auch einer der wenigen Spieler, die es schafften, zwei Titelgewinne in Folge zu gewinnen. Er ist außerdem neben dem ehemaligen Snookerspieler Hendry der einzige, der einen Titel verteidigen konnte. Trotz seiner guten Statistik erreichte er seinen letzten Sieg im Jahre 2013; 2014 scheiterte im Finale. Dennoch gilt er weiterhin als Topfavorit, was umso klarer wird, wenn man sich die Quoten der Wettanbieter für die WM 2019 anschaut. So wird O'Sullivan eine Siegeschance von 4,2 bis 4,4 eingeräumt. Diese Quote entspricht dabei der höchsten Siegeschance aller Spieler. Nach dem Engländer folgt sein Landsmann Judd Trump mit Siegesquoten zwischen 4,7 bis 5,0 sowie der Weltmeister von 2016 und 2017 Mark Selby mit 7,8 bis 8,2. Der aktuelle Weltmeister ist hingegen mit Quoten zwischen 20,0 bis 23,0 weit abgeschlagen, was nicht verwunderlich ist, wenn man bedenkt, dass er schon länger in den Ruhestand gehen wollte.

Ronnie O’Sullivan at Snooker German Masters by DerHexer (CC-by-sa 4.0)

Quoten werden aufgrund der aktuellen Leistung und der Form der Spieler berechnet, weshalb sich diese bei Einschätzungen als besonders wertvoll erweisen können. Es lohnt sich allerdings nicht nur die britischen Topstars im Auge zu behalten. So gilt der Australier Neil Robertson schon seit langem als geheimer Favorit, der es schaffte, 2010 den WM-Titel und 2019 die Welsh Open zu gewinnen, und dafür bekannt ist, die britischen Stars unter Druck zu setzen. Man kann ihn praktisch als Joker der kommenden Weltmeisterschaft betrachten. In Endeffekt müssen Fans jedoch die WM selber abwarten, um absolute Gewissheit zu erlangen.