Neue Automaten in der Billardkneipe

Für Kneipenfreunde wird es zunehmend enger. Bis auf in Berlin und Baden-Württemberg herrscht anhaltendes Kneipensterben. In Hamburg hat seit 2001 fast jede zweite oftmals alteingesessene Kneipe dichtgemacht. In Niedersachsen sind es gut 40 % weniger Kneipe. In 500 bayrischen Gemeinden gibt es gar keine Wirtschaft mehr. So lauten die Ergebnisse einer jüngst veröffentlichten Studie des Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga.

Betroffen sind auch zahlreiche Billardkneipen. Die Wohlfühloasen, die ein gepflegtes Pils nach Feierabend und ein paar Runden am Billardtisch oder an Spielautomaten bieten, werden also zunehmend rarer. Ein Stück Kultur geht damit verloren.

Hohe Gebühren und Auflagen machen Schankwirtschaften oft unrentabel

Um eines klar zu sagen, es besteht kein Mangel an potentieller Kundschaft. Vielmehr machen vor allem hohe Gema-Gebühren für die Juke-Box oder die Musikanlage sowie extrem hohe Sky-Gebühren für Sportübertragungen den Wirten das Leben schwer. Immer neue Auflagen vom Ordnungs- und Gesundheitsamt, die sehr viel Geld kosten, kommen hinzu.

Ein kleiner Lichtblick: Zumindest das Angebot an Spielautomaten wird in den verbleibenden Schankwirtschaften immer besser. Selbst ein Casino Bonus wird möglich. Allerdings besteht auch hier das Problem, dass staatliche Regulierung und Kontrolle strenge Auflagen zur Anzahl der Automaten sowie zu Einsätzen und Gewinnmöglichkeiten machen.

 

Die meisten Automaten stammen von Merkur und Novoline

Wer in seiner Stammkneipe ein paar Runden am „einarmigen Banditen“ machen möchte, kommt an den Automaten von Merkur oder Novoline nicht vorbei. Spiele wie Blazing Star, Book of Ra oder Lucky Ladies Charme begeistern die Spieler seit Jahren. Dabei handelt es sich um sogenannte klassische Spielautomaten, die sich vom Spielprinzip her an den ursprünglich mechanisch funktionierenden einarmigen Banditen orientieren.

Besonderes Markenzeichen sich die sogenannten Risikoleitern, mit denen sich Gewinne noch einmal vervielfältigen lassen. Mittlerweile kommen jedoch immer neue Spielangebote hinzu. Möglich wird das durch sogenannte Multi-Game-Terminals. Diese bieten eine Vielzahl von Spielen, sodass die Wirte in ihren Kneipen zukünftig auch Spiele von anderen Softwareentwicklern anbieten können. Sie sind dann nicht mehr auf einen oder zwei Hersteller angewiesen. Für die Spieler besteht eine wesentliche größere Auswahl.

Von elektronischem Roulette in 3D bis zu Bingo ist alles möglich

Das Angebot an Casinospielen wird immer größer. Es gibt heute nicht mehr nur die klassischen Spielautomaten mit ihren drei oder fünf Walzen. Die Produzenten bieten den Spielern Entertainment auf ganzer Linie. Dazu gehören aufwendig gestaltete 3D-Video-Intros, dynamische Spielsymbole sowie neuartige und vor allem einfallsreiche Bonus-Features mit Freispielen und über die Walzen tanzende Wilds. Die Spiele werden zudem eingebettet in eine Rahmenstory und oft gibt es auch einen In-Game-Jackpot. Ganz neu sind auch Spiele wie Lightning Roulette, die eine Mischung aus klassischem Roulettespiel und Bingo am Automaten bieten oder Glücksräder mit stattlichen Gewinnen.

Eines ist jedoch ungewiss: Die Bundesländer konnten sich bislang noch nicht auf neue Regelungen für Glücksspiele im Internet einigen. Einige Bundesländer sind strikt gegen eine Liberalisierung. Anderen Bundesländer erwägen deshalb einen Alleingang. Die neuen Spielautomaten greifen auf einen Online-Server zu und fallen damit nicht unter die bestehenden Regelungen für die Aufstellautomaten in den Kneipen. Es kann also noch eine Weile dauern, bis die neuen Spiele tatsächlich in die Billardkneipe einziehen.